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Hedwig ſchlug die großen dunklen Augen, welche jetzt unwillkürlich feucht geworden waren, zu Frau Valentin auf und ſagte bittend:„Nein, tadeln Sie ihn nicht, liebe Madame; ich bin überzeugt, er hat es ſelbſt nicht genau gewußt, denn er iſt manchmal ganz ſtumpf und vergeß lich. Ohne Zweifel holt er es morgen nach, denn er war ſo vergnügt, als ich ihm die geſtrickte wollene Jacke übergab, welche ich mit Fräulein Käthchens Anleitung gefertigt hatte, und es fehlte wenig, ſo hätte er mich ſogar geküßt.“
„Oh, das hätte er auch thun dürfen, der alte Filz, der eine ſolche Pflegerin gar nicht verdient!“ ſagte Frau Valentin, von ihrer aufrichtigen Entrüſtung hingeriſſen; „aber ich wette, bis morgen hat er wieder alles ver⸗ geſſen, und ſeine Geſchenke werden Dir nicht in den Augen wehe thun, liebe Kleine!“
Hedwig rannen Thränen über die Wangen, aber Marie legte ihre Hand beſchwichtigend auf des Mädchens Schulter und flüſterte:„Mußt ihr das nicht übelnehmen, liebes Seelchen! Sie meint es ja nur gut mit Dir, aber ſie mag den alten Nachbar wegen ſeines Geizes nicht leiden. Ich bin überzeugt, daß der alte Maruſchke Dir in dieſen Tagen doch ein kleines Angebinde gibt,— und wenn nicht, ſo biſt Du ja ſo klug und geduldig, Hed⸗ wig, daß Dich das nicht gegen den alten Mann


