Chriſt? Einer armen Kranken ſind ja ſolche Feſte be⸗ ſonders werth und tröſtlich, denn ach, wer weiß, ob ich noch viele ſolcher Tage mit den Meinigen feiern werde?“ ſetzte ſie mit aufquellender Wehmuth hinzu.
„Und ſo iſt denn mein Ausbleiben wohl Schuld geweſen, daß Sie ſo ungewöhnlich lange außer dem Bette ſind, meine liebe Mutter?“
„Ach laſſen Sie das, Otte! Der Schlaf flieht mich ja ohnedem!“ ſagte die Kranke.„Wir waren alle da⸗ rüber einig, bis zehn Uhr zu warten und lieber heute ohne Sie nicht aufzubauen, denn Sie müſſen ja heute die Stelle meiner Söhne vertreten, die in alle Welt zerſtreut nur im Herzen und im Geiſte dieſes Feſt mit uns feiern können!. Die Rührung übermannte die gute Frau und Otte drückte ihr ſtumm die Hand. „Auch die kleine Hedwig ſoll heute den heiligen Chriſt mit uns feiern“ fuhr dann Frau Valentin nach einer Weile fort.„Das arme Kind! Denken Sie ſich, Otte, ihr Großva.. der alte Maruſchke, wollt' ich ſagen, — hat ſich das Anſehen gegeben, als ob er gar nicht wiſſe, daß wir Weihnachten haben. Erſt als Hedwig ihm ihr Geſchenk überreichte, fiel ihm ein, daß es vi liebliche Feſtzeit ſei. Der ſchnöde Geizhals! Dem armen Kinde da nicht einmal mit einigen Thalern eine Freude zu bereiten!“


