—
.
„Schon gut!“ fiel ihr Werner mit einer Barſch⸗ heit in die Rede, welche Otte noch nie an ihm bemerkt hatte.„Geh jetzt und ſorge für den Keller!“ Johanna ging wie auf einem Unrecht ertappt, und Otte gerieth in eine peinliche Befangenheit, denn er mußte ſich ſagen, Herrn Werners Benehmen gegen ſeine Tochter deute unverkennbar auf einen unbeſtimmten Arg⸗ wohn hin, Johanna habe vielleicht dieſe Begegnung mit ihm, Otte, abſichtlich geſucht, und Werner habe ihn im Ver⸗ dacht eines Einverſtändniſſes damit, ein Bewußtſein, das ihm ſehr peinlich aber auch heilſam war, denn alle die Hoff⸗ nungen und Träume, mit welchen er ſich die ganze Zeit ſeit dem geſtrigen Abende getragen hatte, fielen mit Einem Schlage in's Waſſer. Herr Werner hatte offenbar mit Johanna andere Pläne. Des Kaufherrn ſcharfem Blick entging nicht, daß Otte etwas verblüfft und empfindlich war und er ſuchte dieſen Eindruck bei ihm zu verwiſchen, indem er ihn freundlich bei der Hand nahm und in ein Nebenzimmer vor Dotter's Photographie führte.„Sehen Sie“, ſagte er,„damit hat der Major uns heute erfreut. Recht freundlich von ihm, daß er an uns dachte. Nicht wahr? ganz vortrefflich getroffen, ſprechend ähnlich! Na, ſolche Bilder bekommen wir hier in der Provinz nicht. Sehen Sie, da iſt auch Ottiliens Bild, ebenfalls in de Haupt⸗
Mylius, Ein Meteor der Börſe. II. 6


