Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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ſie überließ ſie ihm und blickte ihn mit einem eigen⸗ thümlich verklärten feuchten Blicke an, aber ihre Hand zitterte merklich in der ſeinigen, als ſie jene zurückzog.

Ich glaube Ihrer Verſicherung und bedarf ihrer, um ruhig zu ſein, fuhr ſie mit ſteigender Erregung

fort.Ich weiß, ich bin thöricht und unbedacht; aber

es iſt nicht meine Schuld. Ottilie und ich haben das Unglück gehabt, unſere liebe Mutter früh zu verlieren; wir wuchſen ziemlich wild auf und ich hatte ſtets mei⸗

nen eigenen Willen, denn Papa ging nur ſeinen Ge⸗

ſchäften nach, und Fräulein Adolphi, unſere Gouver⸗ nante, war eine gute, ſchwache, nervöſe Perſon. Da konnte es denn nicht fehlen, ſetzte ſie erröthend hinzu,daß ich nicht ſo wad, wie ich hätte werden ſollen; aber ich bin darum nicht ſchlecht...

O nein, Sie ſind gut, ſeelengut, nur ſanguiniſch

und gemüthvoll! ſagte Otte voll Theilnahme.Aber

ieſe Gewohnheiten ändern ſich mit den Jahren, und Sie ſind ja noch ſo jung und verſtändig genug, um einzuſehen, was Ihnen noch fehlt, und haben, dünkt mich, ein nachahmungswürdiges Vorbild an Ihrer Mutter. Frau Werner iſt eine ſehr feine gewandte Frau

Die Stiefmutter? fragte Johanna mit einem halb ironiſchen Tone und einem ſchmollenden Aufwer⸗