Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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ſichts, von reichem dunkelbraunem Haar eingerahmt, die hohe freie Stirne und die dunklen klugen Augen darunter genau betrachtete, der konnte ſich nicht ver⸗ hehlen, daß Julie ohne ſchön zu ſein, doch eine wirk⸗ lich gewinnende Erſcheinung war. Es lag etwas von ruhiger Würde und entſchiedenem Charakter in ihrem Weſen, und der beredte Ausdruck ihres Auges, das an⸗ muthige Lächeln der feinen Lippen, die zwei Reihen blendend⸗weißer kleiner Zähne ent üllten, verriethen eine geiſtige Rührigkeit und Lebendigkeit, die ſelbſt auf die alltäglichſten Beobachter nicht ohne Wirkung blieben, eben weil ſie ungeſucht wirkten. Aber heute war dieß alles einer inneren Unruhe gewichen, einer mühſam ver⸗ hehlten Erregung, welche Juliens ganzes Weſen offenbar tiefer ergriff, als wie ſie dieſe Erſcheinung an ſich treten laſſen wollte. Und doch hatte gerade dieſer verſtohlene Widerſchein eines innern Kampfes wieder etwas, das ihre Erſcheinung noch pikanter machte.Ach, wer kann es ändern? flüſterte ſie endlich, und mit einem Verſuch ſtiller Ergebung;wir müſſen es eben geduldig tragen. Mammon iſt nun einmal der Herr der Welt. Ich komme, Mama, ich komme! ſetzte ſie dann laut hinzu, als ſie den Ruf der Mutter aus dem Neben⸗ zimmer gehört hatte, und wuſch ſich noch raſch die Au⸗ gen mit kaltem Waſſer, um jede Spur von Thränen