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ſpectabler junger Mann, aber bei all ſeinen Vorzügen ein armer Teufel, und wer weiß, wie er ſich halten wird, wenn ihm der Goldteufel einmal mit ſeinen Ver⸗ ſuchungen nahe tritt. Fräulein Johanna iſt ein hüb⸗ ſches keckes Ding, das trotz aller Gerüchte den Leuten eine kecke Stirne zeigt und an dem Gymnaſiaſten ſchon gelernt hat, wie man Männer einfängt... 2.
„Schweſter, Du biſt garſtig!“ rief Julie heftig mit Thränen des Unmuths in den Augen, wäh⸗ rend Glut und Bläſſe ſich auf ihren Wangen jagten. „Ich könnte Dir ernſtlich böſe ſein, wenn ich nicht über⸗ zeugt wäre, daß Du in Deinem Herzen Otte kei⸗ ner niedrigen Handlungsweiſe für fähig hältſt.“
„Ach was, Julchen, wer ſpricht denn davon?“ ſagte Käthchen.„Ich halte zwar nichts von unverſuchten Tugenden, und auch Heinrich Otte muß ſich erſt hierin erproben, aber wie kann ich ihm denn zu nahe treten⸗ wenn ich einfach annehme, er gefalle dem Fräulein Johanna und ſie mache ihm ſüße Augen und er wiſſe nichts um das Gerücht? Da muß ich es ja ganz na⸗ türlich finden, daß ihm die elegante junge Dame, vie Tochter des reichen Kaufmanns, beſſer gefällt und mehr einleuchtet, als zum Beiſpiel eines von uns drei armen Mädchen.— Doch genug davon, Herzchen! Adien nun, und vergiß nicht, Mama aus der Poſtille vorzuleſen, damit


