Unſere Mütter beſuchten die fromme Com⸗
teſſe von Chartreu faſt täglich. Sie uͤber⸗ häufte uns Knaben und unſere Schweſtern mit Geſchenken, ſie kuͤßte uns und ſtrich uns uͤber die Wangen. Was ſie nur er⸗
finden konnte, uns Freude zu machen, das
bot ſie auf. Wir lernten ſie wie eine zweite Mutter lieben, und während unſere Eltern in Hauteverd waren, blieben wir Tage lang bei ihr. Der Garten war unſer Luſtrevier, wo wir in Schlingen Vögel fin⸗
gen, wo wir große Geier und Eichhoͤrnchen,
wilde Kaninchen mit unſern Flinten erleg⸗ ten. Wir ruderten auf dem See und ſchoſſen wilde Enten. Wir waren die Herren des Schloſſes und ihre Dienerſchaft ſtand uns zu Gebote. Im Garten wur⸗
den Lauben gebauet, wir fuͤhrten die Com⸗
teſſe hinein, ſie ließ uns hier Mahle berei⸗ ten, die uns koͤſtlich ſchmeckten. Die edle Frau war mit uns Kindern ein liebes, weiſes, gutiges Kind. Nur Bruchſtuͤcke theilte ich Ihnen mit, Frau Marquiſe, das


