— 1490—
kin.“—„Wie,“ ſprach der Comte,„die Religion, deren erſtes Geſetz Liebe iſt, ſollte ein Trennungsgrund zwiſchen Johannen und mir werden? Ob ich den wirklich fuͤrchten muß?“—„Comte, es muß ſich Wunderbares, Außerordentliches ereignen, worauf wir doch nur in ſeltenen Fallen
rechnen duͤrfen, wenn dieſer Grund kein
Hinderniß Ihres Gluͤcks werden ſoil. Ihr Vater haͤlt ſo feſt am Calvinismus, als der Marquis am Katholicismus. Wiſſen Sie's, wie weit Johanna ihren Eifer für das Glaubensbekenntniß treibt, dem ſie unverbruchliche Treue geſchworen hat?“— „Wo die Liebe ein Herz erwärmt, da muß dieſer Secteneifer erkalten. In den großen
8 Hauptpunkten, in der Anbetung Eines Got⸗ tes, in der Verehrung eines Heilandes, in
dem Glauben an Vorſehung und Unſterb⸗ lichkeit, ſind Katholiken und Reformirte einig, das was ſie trennt, gehoͤrt der Erbe, dem Wahn und Irrthum an, es iſt Menſch⸗
liches.“—„Das mag es ſeyn; aber als


