Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 50—

geſſcht, ſprach mit einer tiefbewegten Stimme und ſtand in der Stellung eines demüthig Bitte den da. Der Marquis fiel ihm in die Rede und ſagte:„Sie duͤrfen Ihre Bitte nicht ausſprechen, ich kenne ſie im voraus. Daß die Ernten nicht reichlich waren, iſt nicht meine Schuld. Ich denke auch, daß wan nach reichen Ernten nicht verpachtet, ein Pächter ließe ſich das nicht geſallen. Die Groͤße der Preiſe hängt auch nicht von mir ab. Pachten iſt ein Lottoſpiel und es iſt ungewiß, ob der Pach⸗ ter oder der Verpächter dabei gewinnt oder verliert. Uebrigens ſieht man Ihnen weder Sorge noch Noth an“—„Wo es her⸗ koͤmmt bei mir,“ ſagte der Pächter,„das weiß der liebe Gott, die Koſt iſt mager, mein Appetit ſchlecht und die Quartalſorgen nagen immer an meiner Ruhe. Deſto

magerer iſt das Aubeitsvieh, das man ohne

Noth gewiß nicht vertrocknen läßt.— „Nun, wie denken Sie ſich denn eigentlich mit mir zu ſeben? Schlagen Sie vor.“ 5