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herablaſſende, kluge kenntnißreiche Fuͤrſtin, die mit ihrem liebevollen Weſen, mit ihren huldvollen Blicken, mit ihrer Milde und Beſcheidenheit alle Perſonen, die in ihrer Naͤhe waren, an ſich feſſelte und be⸗ zauberte. 4
Als die Vetruͤn ins Kabinet der Köni⸗
gin trat, fand ſie auf ihrem Geſichte nicht
das heitere, ungetruͤbte Lächeln, was ſie ſonſt immer, wenn ſie vor ihr erſchien, wahrnahm, ſie glaubte ſie in einer ernſten Stimmung zu ſehen, ohne daß ſie den wahrſcheinlichen Grund derſelben ſogleich richtig zu deuten verſtand. Ehe die Vetruͤn ihr die Abſicht ihres Beſuches gemeldet hatte, ſtanden ſchon Thraͤnen in ihren Au⸗ gen. Die Königin ergriff ihre Hand und unterbrach ihre Anrede mit den Worten:
„Gewiß, ich hne die Abſicht Ihres Be⸗
ſuchs und theile einen Schmerz mit Ihnen.
Zurnen moͤchte ich auf Ihren Gatten, daß
er uns ſo weit von einander trennen will.


