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47 Keiner von ihnen wollte in den Neben⸗ ſachen dem Andern das Geringſte aufop⸗ ſern.„Ein Engel wäreſt Du, meine liebſte
Auguſte, wenn Du das ſtädtiſche Mode⸗
weſen, jenen Firniß, der oſt mit falſchen Farben taͤuſcht, meiden wollieſt. Du biſt ja in Deinem Innern ſo rein, ſo ſchuldlos und fromm, daß Du das Schöne, was Dich ſchmuͤckt mit keiner erborgten Scminke bemalen darfſt. Die groͤßten Reize hat die Wahrheit und Natur. Die Tugend erſcheint allenthalben in der liebenswuͤr⸗ digſten Geſtalt, und der menſchlichen Male⸗ rei, die ſie nicht ſchoͤner machen kann, als ſie iſt bedarf ſie nicht. Laß Andern die Verſtellung, denen innerer, moraliſcher Gehalt fehlt, ſich beſſer zu lüͤgen, als ſie ſind. Wem ich nicht ſo gefalle, wie ich bin, dem mag ich gar nicht gefallen Lächelnd, aber mit geheimem Ernſt, erwiederte die Gattin:„Warum ſoll ich mich nur nach Deinen Wuͤnſchen beque⸗ men und Du willſt Dich nach mir nicht richten? Hätte ich allein nur Unrecht und


