Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Neuberg wäre mit ſeiner Auguſte ganz gluͤcklich geweſen, wenn ſie ſich nur mehr an das Landleben haͤtte gewoͤhnen und,* ohne der innern Guͤte etwas zu vergeben, ſich in ihrem ganzen Betragen die ſtaͤdti⸗ ſche Hoͤflichkeit, das geputzte Weſen, die feinen Manieren haͤtte abgewoͤhnen koͤnnen. Sie that ihm viel zu viel fuͤr die aͤußere Schminke, fuͤr das Einnehmen und Ge⸗ fallen. Natur und Einfachheit galt ihm fuͤr den groͤßten Schmuck, und was ſie ver⸗ ſchoͤnen, bekuͤnſteln wollte, hielt er fur Entſtellung des Guten und Wahren. Es wollte ihm nicht gelingen, ſie umzubilden und das auszurotten, was ſo tief in ihr eingewurzelt war. Sie fand dagegen, daß es doch beſſer ſey, wenn er polirter, abgeſchliffener, feiner in ſeinen Worten und Reden ſey, die Wahrheit verbluͤmter ſagte, und in ſeinen Handlungen abgemeſſener ware.

In der Hauptſache, was Liebe, Treue, Unſchuld, Güte betraf, herrſchte unter ih⸗ nen eine. ſchoͤne Uebereinſtimmung; aber