335 fromm und gluͤcklich mit ihr, wie ich's mit Deiner Mutter war.“ Hier ſchwieg der Greis. Der junge Graf konnte vor Ruͤhrung auch nicht reden und druͤckte dem Kranken dankend die
Hand. FJetzt ſagte er:„O! wie ſchmerzt
mich's, daß ich Ihnen eine truͤbe Stunde machte; aber Sie haben verziechen. Mein Wort mußte ich halten, ſa wollte es die Liebe. Wenn Amalien die Vorzuͤge des Standes fehlen, ſo beſitzt ſie doch die Tu⸗ genden der edelſten Graͤfin.“—„Aber,“ fragte der Graf,„wo iſt ſie? Gern hätte ich ſie geſehen! Meinen Anblick darf ſie nicht fuͤrchten. Deine Gattin ſoll ſie wer⸗ den und wie meine Tochter kann ich ſie lieben.“— Mit den Worten:„Sie iſt hier und fuͤrchtet den Anblick eines gutigen Vaters nicht, ich will ſie mit ihren Eltern holen,“ verließ der Graf Anton das Zim̃mer.
„Komm, Amalie,“ ſagte der Kranke, als ſie ins Zimmer getreten war und ſich angſtlich bedachte, ob ſie ihm naͤher treten


