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„Gute, wenn zwei Menſchen in frommem, unzertrennlichen Bunde, Hand in Hand, den Pfad des Lebens gehen, wo auch gro⸗ ße Opfer, welche ſie einander bringen, die Liebe ſo leicht und ihnen ſo natürlich macht; wo ſich der Eine ſo gern als Schuldner des Andern betrachtet und ihm nicht genug thun kann, um die Forderun⸗ gen des Herzens zu befriedigen, ach! das wird nur von Wenigen erkannt und ge⸗ ſchaͤtzt! Nach Procenten pflegt man den Werth der Freundſchaft zu meſſen und uͤber Verhaͤltniſſe, welche eine hoͤhere Tu⸗ gend ſchon läͤngſt zu heiligen weihte, ſchuͤt⸗ tet die Seele, welche mit dem Staube der Sinnlichkeit und des Eigennutzes bedeckt
iſt, ihr ſchmutziges Gefäß aus, das mit⸗
Mißtraun, Unglauben, Neid und Unge⸗ rechtigkeit angefuͤllt iſt. Wenn man aber Edles und Gutes nicht ableugnen kann, was ſichtbar in die Augen ſpringt; ſo ſucht man es wenigſtens dadurch herabzuwuͤrdi⸗ gen und zu verfinſtern, daß man denen, die es ziert, unlautere Beweggründe un⸗
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