Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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ihm Gerechtigkeit wiederfahren laſſen, ſo durften wir von ihm keine andere Zeich⸗ nung entwerfen. Wäre denn in jeder Ge⸗ ſchichte, die erzaͤhlt wird, oder die man für Leſer aufſchreibt, der Mann eine erdich⸗ tete Perſon, die uns in reinerm Lichte, mit einer hoͤhern Tugendliebe dargeſtellt wird, als wir ſie gewoͤhnlich nicht finden? Iſt denn nur die Erzahlung wahr, welche das Thun und Treiben laſterhafter Menſchen

ſchildert? Wer ſich leichter bewogen fuhlt,

nur das Arge von Menſchen zu glauben und Zweifel hegt, ob das ungewöhnliche Edle nicht mit verſchoͤnernden Farben, weit uͤber ſeinen wirklichen Werth, geſchmuͤckt ſey, der ſchaue ja in ſich hinein, es wohnt in ihm noch mehr als eine Suͤnde, die ausgerottet werden muß, ehe ihm der

Glaube an ächte Menſchenwuͤrde, die wie

ein leuchtendes Geſtirn am Himmel der Religion glänzt, in die Haͤnde gegeben wird.

Der Amtmann Neuberg hatte es von ſeiner Gattin ſchon erfahren, welcher es

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