Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
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überzeugte ſich bald, wie redlich, wie gutig, wie dankbar ſein ganzes Gemuͤth war⸗ Die trube Vergangenheit ließ er unberuhrt und Carl hatte ſo viel ſchonendes Zartge⸗ fuhl, daß er mit keiner Sylbe daran erinnerte.

Die Kranke, da ſie durchaus ein völ⸗ lig geſundes Madchen war, ſchritt in ihrer Geneſung raſch vorwarts. Es wurde ihr die Binde von den Augen genommen, ſie ging im Zimmer umher, deſſen Fenſter mit grünen Gardinen behangen waren. Wer vermag es, Mariens Gluͤck zu ſchildern!

Die Tante, dieſe treue, liebevolle Freun⸗

din, Brigitte, die Pfarrtochter durften ſie nun auch beſuchen. Stundenlang war auch die Graäfin bei ihr. Sie konnte nun das volle Tageslicht, an das ſie Carl ſtu⸗ fenweiſe gewoͤhnte, vertragen. Ihre Au⸗ gen belebten ſich immer mehr und ein milder, freudiger Geiſt ſprach aus denſel⸗ ben. Aber Carl bewachte ſie immer noch, daß kein unangenehmer Zufall ihr zuſtieß. Du liebſt ihn jetzt doch mehr als je, ſagte der Vater zu ihr,ſeit er Dein Wohlthaͤter geworden iſt.Nein, ſagte ſie,mehr, als ich ihn von jeher geliebt habe, kann ich ihn nicht lieben; ober Dankbarkeit fuͤhle ich gegen ihn. Und wem that ich den großten Dienſt, ſagte Carl,als mir ſelbſt? O, es bedarf keines Danks!