271
—„Das kann ich auch nicht wiſfen,“ ſprach der Pfarrer,„aber wollteſt Du's ihm nicht verſtatten, daß er einen Verſuch machen, daß er Deine Augen unterſuchen darf?“—„Mit Freuden will ich das,“ erwiederte ſie,„wenn mein Vater nichts dagegen hat. Ach! wem verdankte ich's in der Welt mehr als ihm, wenn er es waͤre, der mich wieder ſehend machte! Ein viel⸗ leicht langes Leben in Blindheit beſchlie⸗ ßen, das iſt ein Leiden, was ſich die Se⸗ henden nicht zu groß denken können!“— „Meine liebe Marie, ich habe nichts dage⸗ gen,“ ſagte der Amtmann,„daß Cart zu Dir koͤmmt und ſeine Kunſt an Deinen Augen verſucht. Es hat ſich Alles geän⸗ dert und ich lege ihm kein Hinderniß in den Weg, zu Dir zu kommen.“—„Lie⸗ ber Vater,“ ſagte ſie, und ſtreckte ihm die Hand entgegen,„Du biſt jetzt ſehr guͤtig gegen mich! Wie rührend iſt mir oft Dein Mitleid, das Du mir beweiſeſt! Carin in meiner Nähe zu wiſſen, ihn re⸗ den zu horen, welch eine Freude wird das


