Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
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bald verfloſſen. Es muß ihn doch ſehr befremden, daß ich keine Zeile an ihn ſchreibe und er wird ſich mein Stillſchwei⸗ gen kaum erklären konnen; doch, an mei⸗ ner Treue und Liebe hat er nie gezweifeit. Wie wird er bei ſeiner Ankunft erſchrecken, wenn er hoͤrt, welch eine Verwandlung mit meinen Augen vorgegangen iſt! Sa⸗ gen Sie's ihm ja ſo ſchonend und vorſich⸗ tig, als es geſchehen kann, beſter Herr Pfarrer.“

„Carl wird bald kommen,“ erwiederte der Pfarrer,„und vielleicht kann er mehr thun, als Dich bloß bemitleiden und mit Dir trauern. Iſt Dir's denn noch nicht eingefallen, daß er dem alten Johann das Geſicht wieder gab, und daß er die Toch⸗ tet des Herrn von Einſiedel vor dem Er⸗ blinden bewahrte?“—„Ach,“ erwiederte ſie,„daran habe ich wohl gedacht; aber ich denke; daß mein Uebel der Art iſt, daß mir von demſelben nicht freigeholfen wer⸗ den kann. Wäre Carln das möglich, was die geſchickteſten Aerzte nicht vermochten?“