263
Marie verließ ihre Wohnſtube nicht. Als der Amtmann mit ſeiner Gattin in der Geſellſchaft erſchien, kam das Geſpraͤch, wie gewöhnlich, auf Marien. Der Graf vot Alles auf, um den Amtmann zu bewe⸗ gen, daß er's zugaͤbe, daß man Carln kommen ließe. Der Pfarrer ſagte:„Mag es mein Sohn auch nicht ſeyn, der die Cur oder die Operation der Ungluͤcklichen ubernimmt, ſo muß ich doch das offene Geſtaͤndniß thun, daß Sie, lieber Amt⸗ mann, einen Augenarzt waͤhlen muͤſſen, der ſein Möglichſtes verſucht, um die Lei⸗ dende zu heilen. Ach⸗ wie ſchmerzt der
Anblick eines ſolchen blinden Kindes das Eiternherz! Der innere Gram wird ſein
Leben verzehren! Kann ſich Marie einer Welt noch freuen, die ihr wie eine finſtere
Nacht erſcheint? Erſt dann beruhigt ſich unſer Herz, wenn wir zur Abwendung ei⸗
nes großern Uebels thaten, was wir konn⸗ ten.“
Die Amtmannin flehete mit Thraͤnen ihren Gatten, daß er nicht länger dagegen
——


