56 ein Balſamtropfen, der meine Furcht und Beſorgniß mildert.“
Die Grafin hatte ſich's feſt vorgenom⸗ men, bis zu einer gewiſſen Zeit Brigitten das offene Geſtaͤndniß verſchwiegen zu halten, welches der Juͤngling ſeinen An⸗ verwondten that; aber eine Mutter iſt ſchwach, wenn ſie die leidende Tochter ſieht und ſie vermag es über ſich nicht, ihr die Beruhigung und den Troſt vorzuenthalten, mit dem ſie verſehen iſt.„Wenn Du mir Verſchwiegenheit gelobſt, wenn Du heite⸗ ren Gemuͤths werden und es mit mehr Ruhe abwarten willſt, welch eine Wen⸗ dung Dein Schickſal nimmt,“ ſagte ſie zu ihrer Tochter, die die Mutter nach dieſer
Vorrede mit großen neugierigen Augen anblickte,„ſo will ich Dir ein Gebeimniß entdecken, was Du, nach dem Willen Deines Vaters, erſt im Herbſte erfahren ſollteſt. Willing liebt Dich auch, er hat.
es ſeinen Verwandten hier geſtanden, und wenn er im Herbſt wieder koͤmmt, will er die Entſcheidung ſeines Geſchicks zu erfah⸗


