er erfuhr es auch, und zwar zu ſeinem größten Schreck, daß es der Graf ſehr ernſtlich wuͤnſche, daß ſie ſich mit einem Vetter, einem jungen Graf von Weſter⸗
berg, der auf der Academie war, verheira⸗
then moͤchte. Er war der Vormund des Juͤnglings, welcher, außer vielen Geiſtes⸗ vorzugen, ein liebenswuͤrdiger, ſchöner und reicher junger Mann war.
Es iſt nicht ſelten und aus ganz na⸗ türlichen Gründen der Fall, daß wir denen gefallen, die uns gefielen. Gebildete Men⸗ ſchen beruͤhren ſich, beſonders wenn ſie mit einander die erſte Bekanntſchaft machen, nie unſanft, es findet unter ihnen gleich⸗
ſam ein Wettkampf Statt und Jeder legt
es darauf an, den Andern durch ein wei⸗
ches, ſanftes und gewinnendes Weſen zu
uͤbertreffen. Man tritt, bei dem Bewußt⸗ ſeyn der uͤberwiegendſten Vorzuͤge, die man in Wahrheit oder in der Einbildung vor Andern hat und zu haben wähnt, gern in den Schatten zuruͤck, damit ihr deſto heller leuchte.
Shehe—


