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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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ten und Vergnügungen ſtrotzten, die der Kaiſer von Oeſter⸗ reich ſeinen hohen Gäſten in dem ſchönen Wien bereitete, aber wer beſchreibt ſeinen Schrecken, als die Zeitung heute ſtatt deſſen die Hiobspoſt von Napoleon's Rückkehr und dem erneueten Ruf der Monarchen:Zu den Waf⸗ fen! an der Spitze trug!

Wie ein Blitz ſchlug dieſe Mähr in das ſtille Fa⸗

milienglück, in die Flitterwochen der jungen Ehe, und drohte ſie mit einem Schlage zu zerſchmettern. Die alten Da⸗ men weinten und klagten, Wiederkehr der alten Schreckens⸗ zeiten fürchtend, Johanna erbebte, wenn ſie dachte, daß der geliebte Mann nun wieder hinauseilen würde in das Schlachtengewühl, und ein Entſchluß bildete ſich in ihrem Herzen, ſtolz, muthig, unerſchütterlich. Albrecht aber rief nach kurzem Ueberlegen:Da hilft kein Zaudern! Schnell die Waffen wieder herbei, die wohl der Roſt noch nicht angegriffen hat; Napoleon darf Deutſchland nicht wieder betreten!

Du willſt doch nicht wieder fort, Albrecht! rief ſeine Mutter klagend;mein einziger Sohn, willſt uns und Dein junges Weib verlaſſen? ch muß, Mutter, erwiderte Albrecht ernſt;mich ruft die Pflicht auf's Neue zur Vertheidigung des Vater⸗ landes unwürdig wäre es, wollte ich ihr nicht folgen!

Und ich begleite Dich, Albrecht! fügte Johanna hinzu;im vorigen Kriege fochten wir getrennt, im kom⸗