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Am Morgen des 19. bot das Schlachtfeld bei Leip⸗ zig einen noch grauſigeren Anblick, als am Morgen des 17. Zu den an dieſem Tage Gefallenen waren wie⸗ derum Tauſende gekommen und ein nie enden wollendes Jammergeſchrei erfüllte die weite, weite Ebene. Niemand hatte Zeit ſich um dieſe Tauſende zu kümmern, und Feinde und Freunde lagen getreulich beiſammen, in gleicher Noth.
Man bereitete ſich eben zum Sturme auf Leipzig vor, als ein preußiſcher Offizier über das Schlachtfeld ritt, ſtets bemüht ſein Roß ſo zu lenken, daß es keinen Verwundeten trete, keinen Todten verletze. So kam er nicht allzuſchnell vorwärts. Plötzlich ſchlug der leiſe Ruf „Albrecht“ an ſein Ohr.
Wie ein Blitz traf der Klang dieſer Stimme ſein Herz; er blickte gen Himmel, ob ſie vielleicht von daher ihm erſchollen, dieſe Stimme, die dem Weſen angehören mußte, welches ihm das theuerſte war auf der Welt; allein er erblickte nichts, und gleich darauf hörte er wieder⸗ um vom Boden herauf den Namen Albrecht flüſtern.
Eilig ſprang er vom Roſſe, blickte um ſich, und da ſah er einen Verwundeten mit todtenbleichem Ant⸗ litze, der ihm zuwinkte und ihn um Hülfe bat. Ja, ja, das war Johanna, das waren ihre lieblich ſchönen Züge, und ganz erfüllt von Glück, nur an das Wiederfinden denkend, warf ſich Albrecht zu ihr nieder, umſchlang ſie


