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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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erreichen, Poniatowsky's Pferd fiel vom Ufer, an dem es bereits angelangt war, zurück, überſchlug ſich und begrub ſeinen aus vielen Wunden blutenden Reiter in den Wellen.

Die Stadt war in den Händen der Verbündeten, Alles, was noch lebte, war zu Gefangenen gemacht wor⸗ den, und nur hie und da vertheidigte ſich noch ein Häuf⸗ lein Franzoſen oder Polen gegen die Uebermacht. Leip⸗ zig bot einen entſetzlichen Anblick. Die Straßen waren dicht gedrängt, voll Verwundete und Leichen, und nur mit Mühe konnte man ſich hindurchwinden. Todte, Verwun⸗ dete, zerbrochene Kanonen, Munitionswagen und Pferde lagen und ſtanden umher, und aus allen Ecken ertönte das Klagegeſchrei der Sterbenden.

Gegen Mittag zogen die verbündeten Monarchen

in die Stadt ein und ſahen mit trübem Blick das endlos

traurige Bild der Verwüſtung, welches auch das feſteſte Herz erſchütterte. Sie wurden von Leipzigs geängſtigten Bewohnern mit Freudenrufen und lautem Jubel empfan⸗ gen und aus allen Fenſtern wehten ihnen Tücher und Fahnen entgegen.

Es war eine Schlacht ohne Gleichen gewonnen wor⸗ den, und die Verbündeten beſchloſſen ſie auf das Beſte zu benutzen und den fliehenden Feind nachdrücklich zu verfol⸗ gen. Deutſchland ſollte ganz frei und für alle Zeiten gegen Napoleoniſche Herrſchergelüſte geſchützt werden.