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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Herbſtnacht durchlebt, und wälzten ſich wie wahnſinnig auf dem blutfeuchten Erdboden, um die brennenden Wun⸗ den zu kühlen, und baten und jammerten um Hülfe und Rettung, ja um den Tod. Doch wer hatte Zeit, ſich um dieſe Tauſende zu kümmern? Kaum die leicht Ver⸗ wundeten, die ſich ſelber noch behelfen konnten, fanden einen nothdürftigen Verband, alle übrigen lagen, Feind und Freund durcheinander und übereinander, und erfüll⸗ ten die Luft mit ihrem Jammergeſchrei.

Der 17. October war ein Sonntag und der Kampf ruhte an dieſem Tage. Napoleon griff nicht an, und die Verbündeten konnten einen Tag der Ruhe trefflich be⸗ nützen.

Dieſe Unthätigkeit Napoleon's war unbegreiflich. Er, der ſonſt immer in all ſeinen Angriffen und Handlungen ſo ſchnell war, daß man viele ſeiner Siege Ueberrum⸗ pelungen ſeiner Gegner nennen kann, ſah ruhig zu, wie die Verbündeten gegen 100.000 Mann Verſtärkungen an ſich zogen, ihre erlittenen Verluſte ergänzten und ſich zu neuem Kampfe vorbereiteten, während er keine friſchen Truppen mehr erwarten konnte, im Gegentheil durch Deſertion aus deutſchen Regimentern von Stunde zu Stunde mehr verlor.

Unbegreiflich blieb die Thatloſigkeit des ſonſt ſo kühnen Feldherrn, und ſie bekundete ein Gefühl der