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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Weibern und Kindern, deren Obdach in hellen Flammen die Nacht erleuchtete, und zuweilen donnerte ein einzel⸗ ner Kanonenſchuß ſchaurig durch die kühle Octobernacht.

Solche Nacht mit ihren Schrecken vergißt man nie in dieſem Leben, und Jahrelang darnach erinnerten ſich, die ſie erlebten, noch mit Entſetzen daran. Auch unſere beiden Freunde ruhten am Wachtfeuer und gedachten ein⸗ ander; und während Johanna's Stimmung ernſt und niedergeſchlagen war ſie gehörte zu den Kämpfern bei Wachau, war dagegen Albrecht frohen Muthes und hei⸗ ter, denn er hatte unter Blücher's tapferen Schaaren bei Möckern gefochten und geſiegt. Ein ſeliges Hochgefühl ſchwellte ſeine Bruſt, trotz der ihn umgebenden Schrecken; die heutige Schlacht hatte gezeigt, was die Verbündeten zu leiſten im Stande waren, und Albrecht hoffte auf voll⸗ kommenen Sieg.

Blutigroth ging am Morgen des 17. October die Sonne auf. Doch ſchien es, als ob ſie ſich abſichtlich in einen dicken Nebelſchleier gehüllt habe, um das entſetzliche Bild dieſes blutigen Schlachtfeldes nicht zu ſehen, auf dem mit dem grauenden Morgen ein herzzerreißendes Leben und Jammern der Verwundeten und Sterbenden begann. Unter entſetzlichen Qualen ſtöhnten die Unglücklichen hülfelos auf dem Boden, nachdem ſie, mit blutenden Wunden und zerſchmetterten Gliedern eine lange kalte