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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Es war die Entſcheidungsſchlacht, das wußte jeder Einzelne im Heere der Verbündeten, es war die Schlacht, in der es ſich zeigen ſollte, ob Napoleon's Reich beſtehen, ob die Knechtſchaft Deutſchlands fortdauern ſollte oder nicht. Das wußten auch York und ſeine Braven. Sie wußten, ſie mußten heute ſiegen, und Blücher, ihr Vater Blücher, deſſen Adlerauge die Schlacht überwachte, erwar⸗ tete von ihnen Sieg.

Während die böhmiſche Armee ſich kaum vor einer Niederlage hatte ſchützen können, hatte die ſchleſiſche Ar⸗ mee von Neuem grünende Lorbeeren geerndtet, und Blü⸗ cher konnte den, durch die Schlappe bei Wachau verſtimmten Monarchen ſeinen Sieg bei Möckern melden.

Die Nacht machte endlich allem Kampfe ein Ende. Viele Tauſende von Wachtfeuern wurden angezündet, viele

Dörfer erleuchteten mit ihren Flammen den weiten Plan,

und die Truppen lagen erſchöpft in den Feldbivouacs, um zu ruhen und Kraft zu neuem Kampfe zu ſchöpfen. Aber ſchlafen konnten ſie nicht, nach dieſem Tage der Verwü⸗ ſtung und des Verderbens. Tauſende von Verwundeten ſtöhnten auf dem weiten Schlachtplane und ihre Seußzer ſtörten die Ruhe der Erſchöpften; aus den brennenden und zerſtörten Dörfern war das Vieh entflohen und irrte, angſtvoll brüllend, in den nahen Niederungen um⸗ her, dazwiſchen klang noch das Jammern von flüchtenden