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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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ſie vor dem Ausgange und der Entſcheidung.— Würde die Schlacht gewonnen, und überlebte Albrecht glücklich den Kampf, dann wollte er eiligſt zu ihr fliegen, und an ihrem Herzen, in ihren Armen das höchſte Glück der Liebe im freien Deutſchland empfinden.

„Siegen wir,“ dachte Johanna,„ſo muß ich eilen, daß ich heim komme in die ſtille Hütte; denn wenn er noch lebt, dann bleibt er auch nicht mehr lange und kommt, ſein Wort zu löſen und die freie deutſche Jung⸗ frau mit ſeinem Herzen zu beglücken.“

„O Gott, gib uns Sieg!“ baten ſie Beide,„da⸗ mit Deutſchland frei und wir glücklich werden!“

Der Morgen des 16. October dämmerte und die verbündeten Heere machten ſich zum Angriff bereit. Nach acht Uhr ward die Schlacht mit großer Heftigkeit eröff⸗ net und mehr als tauſend Geſchütze begannen zu donnern. Ein furchtbares, nie enden wollendes Getöſe erſchütterte weithin den Boden, und die älteſten Krieger erbebten bei dieſem entſetzlichen, nie erlebten Geſchützdonner. Da hörte man nicht Schießen mehr, nein, nur ein einziges dum⸗ pfes Rollen und Krachen, als ob Himmel und Erde im Vernichtungskampfe lägen, und der Boden dröhnte unter den fürchterlichen Schlägen, als ob er berſten und Alles in ſich verſchlingen wollte.

Nur die muthigen Krieger bebten nicht. Der Ge⸗