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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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ſchütdonner war ihre Schlachtfanfare, der Ruf zu Sieg und Ehre, der ſie zu den kräftigſten Anſtrengungen auf⸗ munterte. Die ganze Linie der Verbündeten drang vor, alle Waffen wurden gebraucht. Gewehre knatterten, Bayonette und Säbel blinkten, die Stellungen der Feinde wurden unter lautem Jubelrufe erſtürmt und die Ge⸗ ſchütze donnerten ihre mächtigen Grüße dazwiſchen und ſchmetterten mit ihren Kugeln die Bruſtwehren nieder, die die feindlichen Stellungen deckten.

Auf allen Seiten errangen die Verbündeten bedeu⸗ tende Vortheile; kein Heerhaufen konnte ihrer wilden Heftigkeit widerſtehen, und Napoleon ſelber mußte ihrem Anſturme weichen. Die Stellungen der Franzoſen wurden erſtürmt, die von ihnen beſetzten Dörfer erobert, und man zog nun Verſtärkungen an ſich, um die Eroberungen auch behaupten zu können.

Aber auch im franzöſiſchen Heere entwickelten ſich jetzt die Truppenmaſſen, die bis dahin im Mittelpunkte geſtanden, und rückten gegen die Verbündeten an. Von Neuem begann ein muthiger Kampf; Napoleon's Trup⸗ pen, die unter dem Adlerauge ihres Heldenkaiſers fochten, deſſen Geſchick in der Wagſchale dieſes Tages lag, machten die unerhörteſten Anſtrengungen und griffen die Verbündeten mit begeiſtertem Muthe und mit einer Aus⸗ dauer an, die endlich, trotz des heldenmüthigſten Wider⸗

1860. VIII. Gefangen und Befreit. 15