231
Nacht gebiert, ſoll der Kampf beginnen, der entſcheiden muß, welches von dieſen Zeichen Deutſchland beſtimmt ſei.
Was Wunder, daß in dieſer Nacht Tauſende von deutſchen Herzen in Aufregung waren und die Krieger, von dem matten Schimmer der Wachtfeuer beleuchtet, ihre Gebete emporſandten zum ſternenhellen Firmamente, über dem der Ewige wohnt! Sie hatten Alle nur eine Bitte, die bra⸗ ven Deutſchen: Errettung von Napoleon's Herrſchaft, und Sieg, Sieg für den nächſten Tag. Auch zwei uns bekannte und befreundete Perſonen, die ſich für Deutſchlands Glück und Ehre ſchlugen, lagen in dieſer Nacht flehend vor dem Throne des Ewigen und beteten um Gnade und Rettung für das arme Deutſchland, das ſo viel und ſo ſchwer ſchon gelitten hatte in ſieben langen Jahren der Knechtſchaft und der Schmach.
„Gib dem Genius Deutſchlands Kraft, daß er mit mächtigem Flügelſchlage die Feinde zerſchmettere!“ betete hier Johanna, dort Albrecht, ohne daß Einer von des Anderen Nähe ahnte. Sie waren Beide im Heere, Beide bereit den Kampf der Entſcheidung mitzukämpfen, vielleicht für das Vaterland den Tod der Tapferen zu ſterben; was Wunder, daß ſie gegenſeitig einander gedachten, die ſich ſo lange nicht geſehen, der Stunden, die ſie glücklich miteinander verlebt, der Scheideſtunde, der langen Trennung, des Kampfes und— nun ſtanden


