Druckschrift 
Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
Einzelbild herunterladen

216

die Muthigen wichen nicht, und ob auch das Feuer der Batterien ſie ſchaarenweis niederſtreckte, immer neue Schaa⸗ ren drangen wieder vor, bis dicht vor den Feind.

Das waren die tapferen Brandenburger, die mit dem Rufe:„Drrauf!“ ihre Gewehre umkehrten und mit den Kolben dreinſchlugen, daß das eine Viereck bald auseinander geſprengt war, während das andere mit den Batterien ſich eiligſt zurückzog. Nun ward der Kampf allgemein und auf beiden Seiten um ſo erbitterter, da man nicht feuern konnte, ſondern nur mit Bayonett und Kolben auf einander los⸗ drang. Blücher ſelber war mitten im Gefecht und ermun⸗ terte ſeine Soldaten durch kräftigen Zuruf überall, wohin er kam.

„Höre, Vater Blücher! heute geht es gut!“ riefen ihm die Truppen zu, wenn er vorbei ſprengte, und ſtürzten ſich, durch das freundliche Grüßen des Feldherrn und durch ſeine Antwort:„Kommt noch beſſer! Paßt man auf!“ beglückt, mit Todesverachtung in den Feind.

Was kümmerten Blücher heute ſeine ſiebzig Jahre, heute, wo es zu ſiegen galt, um die Ehre des Namens und der Nation zu retten?—

„D'rauf und d'ran! Immer vorwärts! Schlagt Alles nieder, und was ſich nicht ergibt, treibt in die Katzbach!“ rief der Held, und die Waſſer, als freuten ſie ſich der ihnen zugedachten Beute, rauſchten höher und gewalti⸗ ger auf, und die dunklen Wogen ſtürzten grollend über⸗