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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Zeit ſeine Eroberungsgelüſte wieder zeigen und befriedi⸗ gen zu können. Die verbündeten Monarchen ſahen ſich, Napoleon's Macht gegenüber, noch immer im Nachtheil, und ſtets mußten ſie fürchten, daß ſeine Uebermacht den entſcheidenden Sieg erringe.

Oeſterreich ward als vermittelnde Macht angenom⸗ men, und Graf Metternich reiſte nach Dresden, um mit Napoleon zu unterhandeln. Aber dieſer kränkte den mäch⸗ tigen Staatsmann durch beleidigende Reden, die Ver⸗ mittelungsverſuche ſchlugen dadurch fehl und es ward ein Congreß zu Prag beſchloſſen. Aber auch hier ſtritt man ſich um Kleinigkeiten, bis der Waffenſtillſtand zu Ende ging und die Geſandten der Verbündeten ihre Vollmach⸗ ten für erloſchen erklärten.

Der Congreß hatte nichts bezweckt, und obgleich Napolevn nun alle verlangten Zugeſtändniſſe machte, die Schweiz freigeben, den Rheinbund auflöſen, Illyrien an Oeſterreich und an Preußen alle ſeit 1806 geraubten Staaten zurück geben wollte, gingen doch die Geſandten auf nichts mehr ein und Metternich erklärte kalt: „Zetzt ſei es zu ſpät.“

Napoleon's kränkende Worte hatten den ſtolzen Staatsmann verletzt, und dieſem Umſtande dankt es viel⸗ leicht Deutſchland, daß der beabſichtigte Friede nicht zu Stande kam. Der Kampf ſollte von Neuem beginnen,