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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Der Krieger konnte ſich nicht wieder an das einför⸗ mige Landleben gewöhnen; draußen tobte der Kampf, ſein ſchönes Vaterland ſank immer tiefer in Schmach und Schande, der Frieden zu Tilſit machte es zu einem Schat⸗ ten ſeiner früheren Größe, Napoleon und die ihm ver⸗ haßten Franzoſen geberdeten ſich immer übermüthiger als Herren von Deutſchland, die edelſte der Frauen, Königin Louiſe ſank aus Gram um Deutſchland in's Grab— und Blücher mußte unthätig auf ſeinem Landgute ſitzen, konnte und durfte nicht dreinſchlagen, nicht den verhaß⸗ ten Erbfeind Deutſchlands vernichten!— Der Schmerz und Gram hierüber wirkte ſehr nachtheilig auf den Greis und ſchwächte ſeine Geiſteskräfte, ſo daß er zuletzt ganz kränklich ward.

So kam das Jahr 1812 heran. Napoleon zog nach Rußland, und die Hand des Herrn vertrieb ihn mit Schrecken aus dieſem Lande und ſchlug ſein Heer mit Vernichtung. Auch in Deutſchland fing es an, ſich zu re⸗ gen, und Blücher, der trotz ſeines Stumpfſinns für Alles, was das Vaterland betraf, ſtets aufmerkſamen Ohres war, klang es wie die Oſterglocken der nahen Frei⸗ heit. Wie auf einen Schlag war bei dem alten Helden die Elaſticität und Lebendigkeit des Geiſtes wieder da; der ſiebzigjährige Greis fühlte ſich voll Jünglings⸗ muth und Iugendkraft, und ſeiner weißen Haare lachend,