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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Als der baierſche Erbfolgekrieg begann, wollte Blücher wieder in die Armee treten, allein Friedrich der Große hatte ſeine Grobheit noch nicht vergeſſen und wies ihn ab. Erſt unter Friedrich Wilhelm II. trat Blü⸗ cher als Major wieder ein, machte den Feldzug nach Holland mit und zog dann zur Zeit der franzöſiſchen Re⸗ volution mit nach Frankreich, von deſſen Nation er ſein Lebelang ein abgeſagter Feind war und blieb.

Im Jahre 1806 war er bei der Schlacht bei Jena, ſchlug ſich nach derſelben mit einem tapfern Haufen bis Lübeck durch und gab ſich, wie wir früher ſchon erzählt, erſt dann gefangen, als ihm Munition und Proviant fehl⸗ ten und er keine Schiffe fand, um ſich einzuſchiffen.

Bald jedoch ward Blücher gegen einen franzöſiſchen General ausgetauſcht, durfte jedoch nicht wieder in das Heer eintreten, da Napoleon, wohl wiſſend, daß Blücher ſofort wieder gegen ihn vperiren würde, den König von Preußen zwang, den gefürchteten Haudegen in den Ruhe⸗ ſtand zu verſetzen. Der mehr als ſechzigjährige Greis weinte bitterlich, als er ſich von ſeiner treuen Klinge trennen ſollte, und er ließ dem Könige ſagen, daß er zwar willig ſeinem Befehle gehorche und ſich auf ſein Landgut zurückziehe; käme aber die Zeit der Noth, wo es gelte, die Feſſeln des Vaterlandes abzuſchütteln, dann würde auch er auf dem Platze ſein, einer der Erſten unter den

Erſten.