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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Tapferkeit hervorgethan; nach dem Hubertsburger Frie⸗ den blieb er als Rittmeiſter beim Heere, wo er ſich durch allerlei tolle Streiche auszeichnete. Aus dieſem Grunde wurde er bei der nächſten Beförderung übergangen und ihm ein anderer Offizier im Avancement vorgezogen. Kaum erfuhr dies Blücher, als er ſich voller Wuth niederſetzte und einen ebenſo lakoniſchen als groben Brief an Friedrich den Großen ſchrieb:

„Der von Jägersdorff, der kein anderes Verdienſt hat, als der Sohn des Markgrafen von Schwedt zu ſein, iſt mir vorgezogen; ich bitte Ew. Majeſtät um meinen Abſchied.“

Der König, der nicht gewohnt war, in ſolcher Sprache angeredet zu werden, ließ ihn ſtatt aller Ant⸗ wort in Arreſt ſchicken. Allein wenn er glaubte, Blücher dadurch zu heilen, ſo irrte er; ſobald dieſer frei war, ver⸗ langte er von Neuem ſeinen Abſchied, und der König ant⸗ wortete ihm:„Der Rittmeiſter Blücher iſt aus ſeinem Dienſte entlaſſen und kann ſich zum Teufel ſcheeren.“

Bald darauf verheirathete ſich Blücher und über⸗ nahm das Gut ſeines Schwiegervaters, das er mit Um⸗ ſicht und Glück bewirthſchaftete; die Edelleute ſeines Kreiſes wählten ihn auch zum Landrathe— aber Alles genügte dem unruhigen Geiſte nicht, der Soldat ſteckte in ihm und war nicht herauszubringen.