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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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vergeblich, daß der edle, begeiſterte Sänger dem Tode verfallen ſei.

Johanna's Auge glühte. Sie hätte weinen mögen, und doch fehlten ihr die Thränen. Da lag er, der vor we⸗ nigen Stunden das herrliche Lied von Kraft und Muth gedichtet, und jetzt zeichnete bereits der Tod ſeine Linien auf dies Antlitz, und das Auge, welches nur ſelten noch aufſchlug, war nahe am Brechen.

Der Sänger der Freiheit hatte den Tod gefunden, der ihm in trüber Stunde geahnt. Für ſein Vaterland, das ihm lieber geweſen, als Braut und Dichterruhm, war er geſtorben, und lag jetzt als eine ſchöne Leiche vor ſeinen trauernden Freunden. Keine Spur ſchmerzlicher Empfin⸗ dung entſtellte ſeine Züge, ſchöner und verklärter noch als im Leben leuchteten ſie und ein ſeliges Lächeln umſpielte ſeine Lippen.

Sicher waren ſeine letzten Gedanken bei der Gelieb⸗ ten und die Erinnerung an ſie verklärte ſein Ende.

Johanna drückte ihm die Augen zu.

Führ' uns!— Fall unſer Lvos

Auch tief in Grabes Schvoß:

Lob doch und Preis Deinem Namen! Reich, Kraft und Herrlichkeit

Sind Dein in Ewigkeit!

Führ' uns, Allmächtiger!— Amen.