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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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„Nun zeigt ihn auch durch die That!“ rief er dann. „Hurrah! dort ſteht der Feind! D'rauf und dran!“

Und wie eine unheil⸗ und verderbenſchwangere Ge⸗ witterwolke flog Lützow's wilde Jagd in den Feind, der nach kurzem Widerſtande die Flucht ergriff, die Wagen ihrem Schickſale überließ und ſich in das nahe gelegene Gebüſch rettete. Unter lautem Siegesrufe folgten die Lützow'ſchen Jäger, ihnen voran Körner, deſſen kräftiges Pferd, durch den Zuruf des Reiters beflügelt, wie die Windsbraut dahinflog. Aber die Feinde hatten ſich im Gebüſche, das ihnen verdeckte Stellungen bot, wieder auf⸗ geſtellt und empfingen die Stürmenden mit einem dichten Kugelregen. Eine davon traf Körner's Pferd durch den Hals und ging weiter ihm in den Unterleib, daß er bewußt⸗ los zu Boden ſank.

Mit lautem Schmerzensrufe ſprangen ſeine Freunde herbei, hoben den Verwundeten auf, trugen ihn hinweg und bereiteten ihm im nahen Hochwald ein bequemes La⸗ ger. Die Kugel hatte nur zu gut getroffen. Sie hatte das Rückgrat verletzt und es blieb wenig Hoffnung, daß hier Hilfe möglich ſei. Trauernd umſtanden ihn ſeine Freun⸗ de, ſtand Johanna neben ihm und ihre zarten Hände ſuch⸗ ten ihm jede Erleichterung zu bereiten. Ein geſchickter Wundarzt bot alle ſeine Kunſt auf, den Verwundeten zu retten; doch umſonſt, er ſah ein, daß menſchliche Hilfe

1860. VIII. Geſangen und Befreit. 13