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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Sie konnte nicht müde werden, ihm zuzuſchauen, und als er nun mit einem Freudenrufe die Schlußſtrophen re⸗ citirte:

Drum drückt den liebeheißen

Bräutlichen Mund von Eiſen

An Eure Lippen feſt.

Fluch, wer die Braut verläßt! Hurrah!

Nun laßt das Liebchen ſingen,

Daß helle Funken ſpringen!

Der Hochzeitmorgen graut.

Hurrah, du Eiſenbraut! Hurrah!

und dann das Taſchenbuch ſchloß und aufſprang, da trat Johanna hervor und ging ihm entgegen.

„Bravo, Theodor!“ rief ſie dem Erſtaunten zu;„ich ſchaute Dir zu, als Du dichteteſt, und hörte Deine letzten Verſe; ſie werden mich begeiſtern zum heutigen Kam⸗ pfe und mir Muth machen dem Tode gegenüber! Der Hochzeitmorgen graut; Hurrah, Du Eiſenbraut!“

„Muth brauchen Dir meine Verſe nicht zu machen, Du Tollkopf! Das weiß jeder in Lützow's Freiſchaar, daß Niemand unerſchrockener und todesverachtender iſt dem Feinde und ſeinen Kugeln gegenüber, als Du, Johann;aber dennoch danke ich Dir, mein Kamerad,“ erwiderte Körner