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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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gegneten ſich ihre Blicke mit beſorgtem Ausdrucke und ſchienen einander zu ſagen, wie ſehr ſie Beide vor einem neuen Schreckniß bangten und neue Unglücksbotſchaften fürchteten.

Und was war es, was konnte es anders ſein, als eine Nachricht, die das Vaterland berührte, die das arme gequälte Deutſchland mit noch ſchwereren Feſſeln behan⸗ gen zeigte?

Sollte der König von Preußen eine neue Schlacht gewagt, und abermals beſiegt worden ſein? Sollte er gar gefangen oder gefallen ſein in derſelben, oder war der allgemein verehrten Königin ein Unglück zugeſtoßen?— So dachte Johanna beim Anblicke des trauernden Vaters, und eine Möglichkeit erſchreckte ſie ſo ſehr als die an⸗ dere— oder ſollte Magdeburg?— Entſetzen faßte ſie bei dieſem Gedanken und zum Geliebten hinblickend, flüſterte ſie bangend:„Sollte Magdeburg—2“

Wie vom Blitze berührt, zuckte der Alte bei dieſem Worte zuſammen, und mühſam das ſchwere Haupt empor⸗ richtend, ſagte er tonlos:„Ja, Magdeburg iſt gefallen! Nun iſt auch meine letzte Hoffnung auf eine beſſere Zu⸗ kunft verſchwunden, und ich bitte Gott, er wolle mich ſterben laſſen, damit ich nicht franzöſich zu werden brauche.“

Dieſer Schlag war um ſo härter, als er unerwar⸗