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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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ſehen war, und von 4000 Mann gutbewaffneten Trup⸗ pen mit 90 Kanonen hätte vertheidigt werden können.

Alle dieſe Nachrichten hatten ſich wie Mehlthau um die liebenden Herzen unſerer Freunde gelegt, hatten ſie niedergebeugt und ihr Vertrauen auf Deutſchland, ihren Glauben an ſeinen Genius erſchüttert.

Entſetzliche Schmach, wenn Deutſche ſich, durch ein Unglück verwirrt, zu ſo ſinnloſen Handlungen wie die Uebergabe der Feſtungen hinreißen laſſen! Durch dieſe Feigheit ward das Unglück Preußens entſchieden und Napoleon war binnen dreißig Tagen Herr von faſt der ganzen Monarchie.

Was halfen alle dieſem gegenüber einzelne Beweiſe der Tapferkeit und des Heldenmuthes, wie die Verthei⸗ digung Blücher's, der ſich mit einer Handvoll Cavallerie gegen drei franzöſiſche Heerhaufen vertheidigte, endlich ſich nach Lübeck zurückzog und erſt gefangen gab, als dieſe Stadt mit Sturm genommen wurde, und er bei Ratkau keine Schiffe fand, ſich mit ſeinem Heere über die See zu retten? Was halfen ſolche einzelne Züge des Helden⸗ muthes, der allgemeinen Feigheit und Entſittlichung ge⸗ genüber? Sie hielten den Gang des Unglücks nicht auf, und es ſchritt weiter, Alles um ſich vernichtend und Ver⸗ derben ſpeiend über Preußens Lande.

Die Königsfamilie hatte ſich an die nordöſtliche 1860. VIII. Gefangen und Befreit. 3