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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Der Offizier hatte mit Entſetzen dieſe neue Unglücks⸗ mähr vernommen; auch er begann jetzt faſt zu zweifeln an Deutſchlands Stern, der tiefer und tiefer ſank, wäh⸗ rend Napoleon, ein glänzender Meteor, immer höher ſtieg, mit ſeinem trügeriſchen Glanze ganz Europa überſtrahlend.

Seufzend wandte der Offizier ſein ſchweres Haupt der Wand zu; Johanna aber, das deutſche Mädchen, ver⸗ hüllte ihr Haupt und weinte bitterlich.

So waren mehrere Wochen vergangen. Der Novem⸗ ber neigte ſich dem letzten Viertel zu und der Winter be⸗ gann allmälig. Albrecht v. W., der verwundete Offizier, hatte ſich von Tag zu Tag mehr erholt und machte jetzt ſchon, auf den Arm ſeiner liebevollen Pflegerin geſtützt, täglich einen Ausflug in das Freie.

Johanna war während ſeiner ganzen Krankheit faſt nicht von ſeinem Bett gewichen, und die Hoffnung auf einſtige Befreiung Deutſchland's, die Beide feſthielten, ob Schlag auf Schlag auch fiel, ſie zu vernichten, hatte ihre Seelen näher zu einander gebracht und es herrſchte zwi⸗ ſchen ihnen ein füßes Einverſtändniß, ein geiſtiger Bund deſſen Bande in der Liebe zum Vaterlande wurzelten.

Der Eindruck jener Stunde, in der ſich ihm Johan⸗ na's edles Herz enthüllte, war in den Tagen ſeiner Krank⸗ heit, wo ſie als guter Engel ſein Lager bewachte, in Al⸗