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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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glaube, er werde in vierzehn Tagen das Bett verlaſſen dürfen.

Nun fragte Johanna nach Nachrichten aus Jena.

Schlecht, ſteht Alles ſehr ſchlecht, erwiderte der Alte rauh;keine Hoffnung mehr für Preußen, keine Hoffnung für das ganze Vaterland. Was das Unglück begonnen, helfen die Feigheit und der allgemeine Schrecken vollenden.

Aber Vater, ſagte hier Johanna,Preußen be⸗ ſitzt ja doch in ſeinen Feſtungen noch einen feſten Halt, unter ihrem Schutze können ſich die zerſprengten Truppen wieder ſammeln und dem Siegeszuge Napoleon's viel⸗ leicht noch Einhalt thun.

Das iſt es ja eben, was ich meine, was das Un⸗ glück vollendet. Die Feſtungen halten ſich nicht, Alles iſt wie vor den Kopf geſchlagen, und am 16. bereits hat ſich Erfurt übergeben, ohne nur einen Verſuch zur Ver⸗ theidigung zu machen. 14.000 Mann, darunter 6 hohe Generale, und 120 Kanonen fielen den Franzoſen in die Hände. Es iſt eine Schmach zu capituliren, wenn man Mundvorrath und Munition und 120 Kanonen hinter feſten Mauern hat, da hätten ſie manchen Franzmann können kalt machen, der Luſt gehabt, ſich die Feſtung näher zu beſehen, und wie's mit Erfurt ging, wird's überall gehen. O Schmach und Schande! Es iſt Alles verloren!