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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Gleich darauf trat der Vater des jungen Mädchens ein ein ſchlichter gerader Bauersmann, mit ehrlichen gutmüthigen Zügen.

Grüß Dich Gott, Johanna! ſagte er freundlich; wie geht es unſerem Verwundeten? Ah, ſchon erwacht; na, das iſt ſchön; freut mich, Sie munter und bei Beſinnung zu finden, ſagte der Alte herzlich und drückte erfreut die Hand, die ihm der kranke Offizier mit einem unendlich dankbaren Blicke entgegenſtreckte.

Dank, tauſend Dank, mein Lebensretter* ſtammelte er, allein ſchnell unterbrach ihn der Alte: Halt, nicht ſprechen! Immer ruhig, ganz ruhig verhal⸗ ten!

Dann fühlte er noch den Puls des Kranken, nickte beruhigt mit dem Kopfe und verließ das Zimmer, um zu ſeiner Frau in die Wohnſtube zu gehen und einem Abendimbiß nachzufragen.

Ein langer Dankesblick des Kranken folgte ihm nach und leiſe murmelte derſelbe:Deutſche Treue doch kein Wahn!

Nach einer Weile kehrte Johanna's Vater in das Krankenzimmer zurück, um den Verband des Verwundeten zu erneuen, und freute ſich über das gute Ausſehen der Wunden und daß er dem Offizier verſprechen zu können