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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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lings geworden ſei doch dem iſt nicht ſo, dem kann, dem darf nicht ſo ſein. Deutſchland darf und wird nie ein fremdes Joch ertragen, und es kommt die Zeit, wo ſeine Jünglinge und Männer zu den Waffen greifen und den Feind verjagen werden aus den deutſchen Hai⸗ nen. Dann, wenn dieſer Tag kommt, dann ſeien auch Sie nicht fern, dann zögern auch Sie nicht, das Schwert von Neuem zu ziehen für deutſche Ehre und deutſche Frei⸗ heit!

Was war es, was dieſes Mädchen anregte zu ſo begeiſterter Rede? Welcher Geiſt ſprach aus ihr und pro⸗ pPhezeihte mit ſo vieler Sicherheit beſſere Zeiten und ein Ende der Thrannenwirthſchaft? Wer gab dem Kinde dieſe Sicherheit der Behauptung, dieſe freudige Zuverſicht, wel⸗ che wie aufkeimende Morgenröthe ihr ganzes Weſen ver⸗ klärte, daß der kranke Offizier zu ihr aufſchaute wie zu einer Heiligen, wie zu dem Genius Deutſchlands, der gekom⸗ men, die Feſſeln des unglücklichen Landes zu löſen? Ja, es war der Genius Deutſchlands, der aus dem Kinde ſprach! Die freudige Zuverſicht, daß es einſt beſſer wer⸗ den, daß Deutſchland wieder frei werden würde, lebte noch im Volke fort und ließ es nicht ſich ſelbſt verlieren unter Frankreichs Feſſeln. Mußte es auch jetzt der Gewalt ſich beugen, mußte den übermüthigen Franzmann als Herrn in ſeinen Gauen walten ſehen, ſo war doch die Hoffnung