nicht geſtorben, daß es beſſer werden würde; der Genius Deutſchlands wachte, und als die Zeit erfüllet war, da rief er unter lautem Flügelſchlage das Volk zu den Waf⸗ fen— zum Kampfe der Freiheit.
Noch immer ſtand das Mädchen mit verzücktem Blick vor dem Bette des Kranken, als ſchaute es in eine beſſere Zukunft; noch immer hielt der Verwundete ihre Hand in der ſeinen und blickte zu ihr auf, wie zu einer Heiligen. In dieſem Augenblicke hatte er es erkannt, ſie war's und keine ſonſt auf Erden, die einſt die Seine mußte werden. Der Retterin, der Pflegerin hatte er ge⸗ dankt von ganzem Herzen und wäre bereit geweſen, mit ſeinem Blute die Schuld zu löſen; der charaktertüchtigen Patriotin, dem deutſchen Mädchen flog ſein Herz entge⸗ gen. Ihr konnte er nicht danken, ſie mußte er lieben, und indem er ſelig zu ihr aufſchaute, ward er der Ihre für Zeit und Ewigkeit!
„Mögen Sie recht haben, holdes Kind,“ ſagte er endlich, und auch ſeine Stimme klang froher und freudi⸗ ger,„und glauben Sie ſicher, daß ich einer der Erſten bin im Kampfe der Freiheit. Ja, auch ich glaube, daß Deutſchland noch nicht verloren iſt, und daß es ſich ſchö⸗ ner und herrlicher wieder erheben wird, als es war, ehe Napoleon mit ſeinen Schaaren es überſchwemmte. Das Unglück iſt eine heilſame Arznei, und Deutſchland hat


