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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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worden, und wenn der König von Preußen wieder ein Heer ſammelt, werden ihm Offiziere nöthig ſein, da muß ich den unſeren erhalten.

Der edle Mann! rief hier der Verwundete er⸗ freut,und wo iſt er, daß ich ihm danken kann?

Er iſt heute wieder in Jena, um zu erfahren, wie es mit den Heeren ſteht, und dann auch um Balſam mit⸗ zubringen für Ihre Wunden. Er kommt jedoch wohl heute noch zurück, da er mich und die Mutter in dieſer unru⸗

higen Zeit nicht gern Nachts allein läßt.

Und unterdeſſen übernahmſt Du, holdes Kind, die Pflege des armen Verwundeten! O Dank, tauſend Dank, Ihr guten Leute, gebe nur Gott, daß ich Euch einſt ver⸗ gelten kann! ſagte der Offizier und drückte mit der ge⸗ ſunden Hand innig die des jungen Mädchens.

Helfen Sie das geknechtete Vaterland befreien! rief dieſe glühend,das iſt der ſchönſte Dank, den Sie uns bieten können! Ueberraſcht blickte der Verwundete auf und erſtaunte über die wunderbare Schönheit des Mädchens, das mit flammenden Augen vor ihm ſtand und in deſſen Zügen ſich eine ſchöne Begeiſterung malte.

Freilich liegt jetzt Deutſchland zerſchmettert und geknechtet zu den Füßen des Eroberers; freilich ſcheint es jetzt, als ob für immer Deutſchland aus der Liſte der Staaten geſtrichen und eine Beute des frechen Eindring⸗