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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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über das Schlachtfeld. Da ſah er halb unter einem Pfer⸗ de einen mit Blut bedeckten Offizier liegen, der mit der Rechten noch den Degen feſt umklammert hielt. Der iſt

als Tapferer geſtorben, dachte mein Vater, trat näher und faßte den Arm des Todten; da fühlte er, wie der Puls ſich leiſe hob das Leben war alſo noch nicht entflohen, vielleicht konnte er gerettet werden! Er hob den Armen auf, brachte ihn in eine bequeme Lage, wuſch die Wunden mit Waſſer und legte leichte Verbände um Kopf und Arm, dann eilte er nach Hauſe, holte den Knecht und eine Tragbahre, und ſo brachte man Sie, mitten in der Nacht, unbemerkt in unſer Haus, wo Niemand Sie vermuthet. Der Vater verband Ihre Wunden von Neu⸗ em, ohne daß Sie erwachten, aber der Vater ſah doch, daß Sie noch lebten, und bald wurden Sie auch leben⸗ dig und ein Wundfieber ſchüttelte Sie, vor dem mir jetzt noch graut. Geſtern Abend fielen Sie endlich in ei⸗ nen ruhigen Schlummer, aus dem Sie nun, wie der Vater ganz richtig vorausſagte, heute Abend wieder zum Bewußtſein erwacht ſind. O der Vater iſt gar ſehr ver⸗ ſtändig in der Arzneikunde und er hat Sie gepflegt, als ob Sie ſein eigener Sohn wären. Nein, ſagte er öfter, den ſollen mir die Franzoſen nicht in die Hände bekom⸗ men, den will ich ihren Spürnaſen ſchon aus dem Wege räumen. Es ſind viele Offiziere geblieben und gefangen