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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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lendorf aus ſeiner Ruhe. Der glaubte jedoch noch immer an keine Schlacht und hatte noch keine Ahnung, wie bitter ſich bereits die Fahrläſſigkeiten des vorigen Tages, das Preisgeben der wichtigen Anhöhen rächte.

Tauenzien, den der erſte Angriff getroffen, ward durch die franzöſiſche Uebermacht zurückgedrängt, und Fürſt Hohenlohe ſah ſich nun genöthigt unter den ungünſtigſten Umſtänden eine große Schlacht anzunehmen.

Bald war der Kampf allgemein und an 200.000 Mann und 500 Kanonen auf beiden Seiten verbreiteten überall Tod und Verderben. Bei Vierzehnheiligen leitete der Fürſt ſelber das Treffen und hier zeigte ſich die preußiſche Infanterie noch einmal in ihrem alten Werthe. Wäre Rüchel mit ſeiner Truppenabtheilung, nach dem man geſandt hatte, jetzt auf dem Schlachtfelde eingetroffen, ſo wäre der Sieg für Preußen entſchieden geweſen, aber ſo konnten ſich die Truppen ſelbſt bei der äußerſten Tapferkeit nicht halten. Immer neue Heerhaufen zogen den Franzoſen zur Verſtärkung zu, und Hohenlohe verſuchte es vergebens die Stellung zu halten, bis Rüchel einträfe. Der immer mehr wachfende Feind überflügelte die preußiſche Linie, bald war der Rückzug allgemein und artete ſchnell in wil⸗ de Flucht aus. Da erſchien plötzlich Rüchel mit ſeinen Heerhaufen auf dem Schlachtfelde, und er, der vor weni⸗ gen Stunden die Schlacht zu Gunſten Preußens hätte