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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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heldenmüthige Prinz im heißen Kampfe das Leben verlor.

Aber immer noch blieb man im preußiſchen Heere unbeſchreiblich thatlos. Man war durch das plötzliche Erſcheinen Napoleon's wie gelähmt, und anſtatt ſich nun ſchnell aller Vortheile des Terrains, aller Höhen und Päſſe zu verſichern, verſäumte man dies und überließ ſie dem Feinde, um ſich am anderen Tage nach der Unſtrut zurückʒuziehen und da eine vortheilhafte concentrirte Stel⸗ lung einzunehmen.

Mit dieſem Entſchluſſe ausgerüſtet begaben ſich die preußiſchen Feldherren ſorglos zur Ruhe, nicht ahnend und unbekümmert, wie viele Truppen Napoleon's ſchon in der Nähe waren.

Die Herren hatten ihren Plan gemacht, den ſie am andern Morgen ausführen wollten, bis dahin aber konn⸗ ten ſie ruhig ſchlafen, und Fürſt Hohenlohe ruhte ſo ſorg⸗ los in Cappellendorf, als ob weit und breit keine feindli⸗ che Uniform zu erblicken ſei.

Aber während die Preußen ruhten, wachte Napoleon.

Schon gegen Abend auf der von den Preußen preis⸗ gegebenen, ſo unendlich wichtigen Höhe, dem Landgrafen⸗ berge angekommen, bemerkte er mit Erſtaunen dieſe gren⸗ zenloſe Fahrläſſigkeit der Preußen und zögerte nicht, ſie zu benutzen.