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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Napoleon beantwortete das Ultimatum Friedrich Wilhelm's und deſſen Kriegserklärung auf die übermü⸗ thigſte Weiſe:

Man gibt uns, ſchrieb er,ein Rendezvous auf den 8. October, ein Franzoſe läßt nie auf ſich warten. Man ſagt aber, eine ſchöne Königin wolle Zeuge ſein bei den Kämpfen nun gut, wir wollen artig ſein und ohne Aufenthalt nach Sachſen marſchiren.

Und auch ſein Heer entflammte er durch eine feurige Anſprache, in der er ihm neuen Ruhm und neue Ehre verhieß.

Sie wollen, ſagte er,daß wir beim Anblick ihrer Armee Deutſchland räumen! die Unſinnigen! Soldaten, es iſt Keiner unter Euch, der auf einem andern Pfade, als dem der Ehre nach Frankreich zurückkehren möchte!

Und mit der ihm eigenen Eile rückte er dem Feinde entgegen, und während man noch immer in Erfurt rathſchlagte und unentſchloſſen über Vorrücken oder Ste⸗ henbleiben debattirte, flog Napoleon auf einem Wege, wo man ihn am wenigſten erwartet hatte, mit Wunder⸗ ſchnelle heran, nahm zu Hof die preußiſchen Magazine weg, drängte den Grafen Tauenzien zurück und ſchlug den Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld*), wobei der

²) Den 10. October.